Bin ich eine gute Mama? 10 Gründe, die dafür sprechen

Zum „Ausprobieren-lassen“ gehört auch, die Mama anzumalen. 🙂

Wir haben gerade eine schwierige Phase, in der ich oft an meine Grenzen gerate und an mir selbst zweifle. Doch anstatt nur das Negative zu sehen, wollte ich mich mal aufraffen, um auch mal das Positive anzuerkennen. Denn vor allem als Mama ist Anerkennung sehr wichtig, und man bekommt leider viel zu wenig davon.

Vor einiger Zeit hat Frida von 2kindchaos eine Liste an Gründen veröffentlicht, warum sie eine „Supermutti“ ist. Ich habe das jetzt mal als Inspiration genommen, ebenfalls 10 Gründe aufzuschreiben, warum ich keine sooo schlechte Mama bin. Einfach, um das mal festzuhalten. Da meine Selbstzweifel ja sehr gemein sein können und sich viel zu oft in meinen Alltag einschleichen, habe ich mit dieser Liste eine „geheime Waffe“, mit der ich sie wieder wegscheuchen kann. Hoffe ich zumindest. Hier ist meine Liste:

1. Ich gehe mit meinem Kind wertschätzend um.

Auch wenn es zu Konflikten kommt, werde ich nie beleidigend oder mache sie nieder. Das sollte zwar selbstverständlich sein, aber ich habe schon öfter auf der Straße erlebt, wie Eltern ausfallend werden. Wir sind alle nur Menschen, es kann passieren, dass mal etwas Böses ausrutscht…dennoch: mir ist es wichtig, dass ich auch in Konfliktsituationen auf eine gewisse Form der Kommunikation achte. Auch wenn mich mein Kind in dem Moment zur Weißglut bringt.

2. Ich begegne meinem Kind auf Augenhöhe.

Bevor ich einen Wunsch abschlage, überlege ich hin- und her, ob ich ihr den Wunsch nicht doch erfüllen kann. Meistens kann ich das. Und wenn nicht, dann fahre ich nicht einfach über sie drüber, sondern wir diskutieren es aus. Ich suche nach Kompromissen. Es kostet mehr Energie, denn ich führe oft viele Verhandlungen. Es wäre für mich sicher einfacher, öfter ein „Nein!“ auszusprechen und das war’s. Aber so bin ich nunmal. Weil ich selbst nicht wollen würde, dass man mich so behandelt.

3. Ich lasse ihr möglichst viele Freiräume.

Sie soll sich ausprobieren und die Welt für sich entdecken, ganz nach ihrer Art. Ich versuche, sie nicht zu sehr darin einzuschränken. Es gelingt mir natürlich nicht immer, aber immer öfter. Ich will sie nicht an der kurzen Leine halten, weil sie die Dinge selbst ausprobieren muss, um zu sehen, was gut ist für sie und was nicht. Das ist oft eine Gratwanderung. In Gefahrensituationen schreite ich natürlich ein.

4. Ich spende Nähe und Trost.

Ganz viel davon. Weil ich selbst diese Nähe genieße. Ich liebe es an ihr, dass sie so kuschelig ist. Das werde ich ziemlich stark vermissen, wenn sie irgendwann mal groß ist. Das weiß ich jetzt schon. Deshalb versuche ich, jede Minute davon zu genießen.

5. Ich nehme mir bewusst Zeit für sie.

Ich mache mir nicht allzu viele Termine aus, damit wir exklusive Zeit zusammen verbringen können. Das ist ihr wichtig. Dann bin ich auch weniger gehetzt und entspannter. Und sie liebt es, wenn ich mir die Zeit nehme und mit ihr spiele, mich völlig ihr widme.

6. Ich habe schlechtes Gewissen.

Oft frisst es mich auf und wirkt nur selbstzerstörerisch und destruktiv. Oft hasse ich es wie die Pest. Doch oft bin ich auch dankbar dafür. Denn es zeigt mir: „Achtung, da hast Du eine Grenze überschritten. Schau dir das mal genauer an.“ Das schlechte Gewissen lässt mich über mich reflektieren, sodass ich Dinge verändern kann, gewisse Situationen das nächste Mal besser lösen kann.

7. Ich achte auf eine gesunde Ernährung.

Es zählt zwar nicht ganz zu den Qualitäten einer guten Mama, aber sagen wir es mal so: Ich gebe mir Mühe beim Kochen. Es gibt kaum Convenience Food aus der Packung. Ok, ab und an mal Fischstäbchen oder Würstchen….aber das war’s auch schon. Ich achte im Großen und Ganzen auf eine ausgewogene Ernährung. Dem Kind ist das leider ziemlich wurscht, Hauptsache, es bekommt was Süßes zur Nachspeise…

8. Ich erkenne meine Grenzen.

Mit der Zeit habe ich gelernt, darauf zu achten, wann es mir genug ist und ich eine Auszeit brauche. Wenn es mir zu viel wird, werde ich müde, fahrig, grantig und bin schnell genervt. Dann ist es Zeit, mal Pause zu machen. Vor allem habe ich gelernt, das (dem Mann) zu kommunizieren. Dann spreche ich auch mal Klartext und sage, dass ich JETZT eine Auszeit brauche, und seien es nur ein paar Minuten. Ein laanger Weg war es bis dahin (vor allem, es zu erkennen und auch auszusprechen), das könnt Ihr mir glauben. Aber es macht das Familienleben so viel einfacher!

9. Ich bilde mich weiter.

Nach der Geburt war ich so überfordert und teilweise verzweifelt, dass ich nicht mehr wusste, was ich wann machen soll und was richtig und falsch ist. Was mir damals geholfen hat, war, ganz viele Bücher zu lesen. Ich habe Elternratgeber verschlungen wie hochspannende Krimis. Jetzt ist diese Phase wieder vorbei. Aber das Wissen ist irgendwo im Hinterstübchen geblieben. Und Blogs lese ich immer noch. Gilt doch auch als Weiterbildung, oder? 😉

10. Ich versuche, mein Kind zu verstehen.

Und das ist der wichtigste Punkt für mich. Wann immer es möglich ist, versuche ich, mich in sie hineinzuversetzen. Wie geht es ihr gerade? Was fühlt sie? Auch wenn ich sie nicht immer verstehe – ich versuche es. Es ist oft schwierig und es kostet mich Energie, vor allem bei Wutanfällen. Aber ich denke mir: sie wird schon ihre Gründe haben. Und diese Gründe möchte ich nachvollziehen. Ich frage nach und nicht immer erhalte ich eine Antwort. Aber ich interessiere mich für sie.

Und warum bist Du eine gute Mama? Ich hoffe, Du findest noch mehr Gründe als ich!

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