Ein Fernsehauftritt, der doch keiner war

Sowas passiert ja nicht alle Tage: man wird als 08/15 Mensch zu einer Fernsehsendung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk eingeladen und sagt zu. Ich hätte das Thema „Flexibilität am Arbeitsplatz“ aus Sicht einer Mama schildern sollen. Letztendlich kam es dann doch nicht dazu, aber ich möchte Euch trotzdem mal einen Blick hinter die Kulissen werfen lassen.

Warum habe ich zugesagt?

Erstens, weil mir das Thema „Vereinbarkeit“ sehr am Herzen liegt. Ich finde, es lastet ein großer Druck auf den Mamas (und auch Papas) heutzutage. Einerseits gibt es das System Familie: Kinder brauchen ganz viel Zuwendung, Geduld, Empathie, Zeit. Andererseits steht dem das System Wirtschaft gegenüber: hier ist man vor allem Leistungsträger, der möglichst effizient und flexibel agieren soll. Doch Überstunden, Geschäftsreisen und Co lassen sich nicht so einfach mit Kindern vereinbaren. Oft fühlen sich Eltern zerrissen zwischen diesen beiden Systemen. Viele haben ein schlechtes Gewissen, dass sie beiden nicht gerecht werden. Jeden Tag. Wenn Frau Vollzeit arbeitet, ist dieses schlechte Gewissen wohl umso stärker. Arbeitet sie nur wenig oder gar nicht, kann sie sich nur wenig für die Altersvorsorge auf die Seite legen oder geht das Risiko der Altersarmut ein. Und auf diese Problematik wollte ich aufmerksam machen. Es ist mir einfach ein Anliegen.

Zweitens, wollte ich als Mensch, der Publizistik studiert hat und sich für Medien jahrelang interessiert, auch mal miterleben, wie so eine Fernsehsendung entsteht.

Und drittens steckt auch ein kleines „Weibchen“ in mir und ich wollte schon immer mal von einem Profi geschminkt und frisiert werden bzw. sehen, wie die das so in der Maske machen. 🙂

Mein Nachmittag im TV in Bildern

13:00 Uhr: Das Pralinchen schläft und ich mache mir inzwischen was zu essen (Falafel mit Kartoffeln und Majo). Ich bin aber aufgeregt, sodass ich nicht wirklich viel runterbringe. Noch 5 Stunden sind es bis zur Sendung.

14:30 Uhr: Das Kind schläft noch immer. Sie ist schon seit einigen Tagen krank, die Arme. Hat Fieber, aber keine weiteren Symptome.

14:45 Uhr: Sie wacht auf. Ich schalte ihr eine Fernsehsendung ein, weil ich mich noch zurechtmachen muss. Kleid anziehen, schminken und so.

15:00 Uhr: Der Mann kommt früher von der Arbeit nach Hause und übernimmt die Kinderbetreuung. Das Pralinchen ist überhaupt nicht begeistert, dass ich weggehe und weint mir nach. Anschließend kommt auch meine Mama vorbei und wir fahren mit dem Taxi auf den Küniglberg. Ich durfte eine Begleitperson mitnehmen.

16:00 Uhr: Wir kommen im ORF Zentrum an. Ein riesiges Gebäude.

Sofort werden wir in Empfang genommen und lernen gleich die anderen Gäste im Gästeraum kennen. Zwei Damen, von denen mir eine besonders sympathisch ist. Sie ist genauso aufgeregt wie ich.

16:30 Uhr: Ich komme in die Maske. Mein Augen Make-Up wird noch etwas verstärkt und die Augenringe überschminkt. Ich bitte die Dame auch, noch etwas Concealer auf den Hals zu geben, weil ich immer so hektische Flecken bekomme, wenn ich nervös bin.

Der Lipgloss gefällt mir auch ganz gut und ich mache ein Foto, damit ich ihn nachkaufen kann.

Danach gehe ich wieder in den Gästeraum zurück und jetzt heißt es: warten und mit den anderen Damen plaudern. Noch etwa eine Stunde bis es losgeht.

17:30 Uhr: Wir gehen ins Studio und auf die Bühne, damit die Beleuchtung auf uns abgestimmt werden kann.

17:45 Uhr Wieder im Gästeraum zurück. Die Moderatorin begrüßt uns. Die Begleitpersonen werden ins Studio auf die Publikumsplätze geführt.

18:00 Uhr Die Sendung geht gerade los und ich schaue sie mir im Gästeraum an, um alles mitzubekommen.

Anschließend gehe ich hinter die Bühne und werde verkabelt. Das Mikro ist an, alles funktioniert. Jetzt bin ich richtig aufgeregt, denn jede Sekunde kann mir das Signal gegeben werden, dass ich auf die Bühne gehen soll.

Doch während ich hinter der Bühne warte, heißt es plötzlich, dass die Regie anders entschieden hat. Anscheinend war die Diskussion doch etwas länger in Gange, aber den genauen Grund weiß ich nicht.

Ich bin ziemlich enttäuscht, weil ich mich schon darauf gefreut hatte, an der Diskussion teilzunehmen. Noch ein letztes Foto zur Erinnerung und dann geht’s ab nach Hause zum kranken Pralinchen.

Comments

  1. Hallo Schokomama,

    ich finde es ganz toll, dass du dich getraut hast und dich für dieses wirklich wichtige Thema vor die Kamera gewagt hättest.
    Schade, dass es nicht so gekommen ist. Ich hätte mir die Sendung mit dir gerne angesehen. So müssen diese Eindrücke von hinter den Kulissen reichen.

    Viele Grüße
    Mama Maus

    • Danke, liebe Mama Maus für Deine anerkennenden Worte! Vielleicht ergeben sich ja noch andere Möglichkeiten, auf anderen Wegen, dieses Thema in den Mittelpunkt zu rücken. Und wenn nicht, dann schreibe ich weiter darüber auf dem Blog. Und das ist auch gut

  2. Also das ist aber wirklich auch nicht die feine englische Art. Da organisiert man, dass das Kind betreut ist und alles, und dann kommt man nicht zum Zug. Natürlich hast du trotzdem einen aufregenden Tag gehabt, aber bei mir persönlich würde die Enttäuschung überwiegen. Ärgerlich.

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