Job gesucht – Traumjob gefunden! Oder doch nicht?

Die letzten Wochen waren echt ganz schön turbulent. Zuerst ist mein lieber Chef gestorben, dann habe ich erfahren, dass die Firma, in der ich noch arbeite, wahrscheinlich zusperren wird. Und dann habe ich beschlossen, mir einen neuen Job zu suchen. Schließlich war ich auch schon acht Jahre bei der Firma und freute mich darauf, betretene Pfade zu verlassen. Wie toll – eine neue Chance!

Abenteuer Jobsuche mit Kleinkind 

Doch als ich die Jobsuche startete, machte sich Ernüchterung breit: keine Teilzeitstelle, auf die ich mich bewerben wollen würde! Jede Woche die gleichen Stellen. Und immer nur eine handvoll. Wie sollte ich da bitte einen Job finden?? Ich überlegte mir schon, meine Selbstständigkeit wieder aufzunehmen. Auch wenn ich das aus verschiedenen Gründen vermeiden wollte…

Ich bewarb mich auf drei Stellen, die ich schließlich nach einigen Wochen Suche aus dem kleinen Pool an Teilzeitstellen gefunden hatte. Darauf folgte erstmal Schweigen. Niemand meldete sich. Inzwischen ging ich zu einer Konferenz und lernte dort den Inhaber einer kleinen Agentur kennen. Ich sagte ihm, dass ich auf Jobsuche sei und er meinte, er suche gerade jemanden. Bingo!

Bald darauf folgte das Vorstellungsgespräch, er war mir sehr sympathisch, und wir wussten im Laufe des Gesprächs, dass wir es uns beide gut vorstellen könnten, zusammenzuarbeiten. Ich sagte zu, auch wenn es vorerst nur ein Mini-Job mit 8 Stunden war mit Perspektive auf mehr.

Oh mein Gott: Es läuft alles SUPER!

Kaum hatte ich den Mini-Job in der Tasche, meldeten sich die anderen Firmen, bei denen ich mich beworben hatte. Zuerst ein Konzern, es ging um 25 Stunden bei wirklich sehr guter Bezahlung. Das Aufgabengebiet hörte sich spannend an. Ich überlegte mir schon, wie ich die 25h in der Woche mit meinem Kleinkind, das noch nicht im Kindergarten schläft, akkordieren könnte. Es stellte sich als schwierig heraus, noch dazu mit einer Anfahrtszeit von einer Stunde. Ich sagte den Job ab.

Und dann meldete sich eine Personalvermittlungsagentur bei mir mit dem „Perfect Match“. Ich wurde zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Die beiden Chefs waren unglaublich sympathisch, das Aufgabengebiet war unglaublich spannend und das Büro unglaublich gemütlich. Ein nettes Team, eine neue Herausforderung in einem kreativen Umfeld, bei der ich alle meine Fähigkeiten einbringen könnte, und das mit 16 Stunden. Ich hatte meinen absoluten Traumjob gefunden!

Ich schwebte auf Wolke sieben. Liebe Job-Welt, ich komme und ich bin bereit, alles zu geben!!! Pure Euphorie, die sich noch dazu steigerte, als ich die Zusage erhielt. Für meinen Traumjob. Natürlich sagte ich zu! Und warf alle meine Gehaltsverhandlungstaktiken über Bord. Noch dazu war ich auf dem Weg zum Spielplatz mit einem quengelnden Kind…Muttitasking. Versagt.

Oh mein Gott: Was mache ich nur??

Ich kalkulierte mir mit dem Bruttogehalt aus, wie viel ich pro Stunde verdienen würde. Große Ernüchterung. Mit dem Gehalt konnte ich unmöglich anfangen. Vor zehn Jahren als Berufseinsteigerin: Ja. Aber mit meiner in den letzten 10 Jahren dazugewonnen Erfahrung: Nein. Ich möchte jetzt nicht überheblich klingen, aber das wäre keine gute Ausgangsbasis. Mein Umfeld und selbst die Personalvermittlungsagentur pflichteten mir bei.

Ich machte mir schreckliche Vorwürfe: Wieso hatte ich so schnell zugesagt? Wie konnte ich nur so blöd sein? Und wie konnte ich das wieder geradebiegen?

Inzwischen meldete sich der Konzern-Job, den ich bereits abgesagt hatte, ob ich nicht doch noch Interesse hätte. Das gab mir irgendwie einen Selbstsicherheits-Boost und ich telefonierte mit meinem zukünftigen Chef, ob wir uns nicht doch noch auf eine höhere Summe einigen könnten. Er reagierte wirklich sehr nett und zuvorkommend. Natürlich müssen sie sich das noch auskalkulieren. Morgen stellt sich bei einem Gespräch heraus, ob sie einverstanden sind. Drückt mir bitte die Daumen!!

Comments

  1. Das ist wirklich nicht einfach. Ich finde bei Bewerbungen und der Jobsuche muss man auf so viel achten, das kann man nicht an alles denken.
    Viel Erfolg 🙂

    • Danke dir! Du hast jetzt auch einen Job, oder? Hast du eine Teilzeit- oder doch die Vollzeitstelle genommen?

Ich freue mich, wenn Du mir einen Kommentar hinterlässt!

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