Kita-Eingewöhnung: Mein Herz zerbricht in 1000 Stücke

Wir befinden uns in der heißen Phase der Eingewöhnung in die Krippe. Das Pralinchen hat nun verstanden, dass Mama mit ihr in den Kindergarten geht und nicht nur zuschaut beim Spielen, sondern auch mal abhaut. Dass sie dann alleine dort ist, mit fremden Personen, fremden Kindern, in einem fremden Raum. Eine beängstigende Situation.

Die erste Zeit, als ich noch im Gruppenraum saß, verlief problemlos. Alles war neu und aufregend für sie. Nach dem Motto: „So viele Kinder, Spielsachen und eine nette Frau, die ganz viel mit mir spielt. Mama ist auch dabei und ich kann mich immer an sie kuscheln, wenn es mir zu viel wird. Ist doch prima!“

Auch die ersten beiden Male, als ich nur kurz hinausging, spielte mein Pralinchen seelenruhig weiter. Doch beim dritten Mal war alles anders. Sie hatte begriffen, dass ich nicht immer dabei bin. Dass ich, wenn ich hinausgehe, länger nicht mehr wiederkomme. Für mich sind es nur 15 Minuten. Für sie muss es eine Ewigkeit sein. Sie weinte und ich musste wieder hereinkommen und sie abholen.

Heute war es nochmal um einiges heftiger: Sie findet nur sehr langsam und schwer ins Spiel. Die Erzieherin gibt sich alle Mühe und trotzdem dauert es ca. eine halbe Stunde, bis sie sich von mir löst. Als sie gut abgelenkt ist, gehe ich zu ihr und verabschiede mich: „Pa, pa, meine kleine Maus. Ich gehe kurz aufs Klo und komme gleich wieder!“ Ihr Gesichtchen verfällt, die Mundwinkel gehen nach unten, sie fängt an zu weinen, ruft nach mir. Sie sieht mich hinausgehen und fängt an zu brüllen. Wie am Spieß. Als ob sie jemand foltern würde. Sie windet sich. Mehr bekomme ich nicht mehr mit. Ich gehe hinaus und mein Mutterherz zerbricht in tausend Stücke.

Ich setze mich auf die Wartebank. Ich weiß nicht, was ich mit mir anfangen soll. Ich fühle mich hilflos. Und allein. Soll ich weinen? Eine Kindergartenmitarbeiterin geht an mir vorbei und sagt: „Das ist alles ganz normal. Da müssen Sie jetzt durch!“ Ja, das weiß ich auch. Aber zugleich denke ich mir: „Ist es normal, dass sie so heftig weint? Haben wir sie überfordert? Es sollte doch alles nach ihrem Tempo gehen. Ich habe mir doch so viel Zeit genommen. Geht das alles nicht ein wenig sanfter?“

Nach etwa 5-10 Minuten kommt eine junge Erzieherin auf mich zugerannt. „Sie hat ganz heftig geweint, aber sie hat sich dann beruhigt. Sie müssen jetzt ganz schnell hineingehen. Die Abholsituation soll positiv besetzt sein.“ Ich laufe also in den Gruppenraum und sehe meine Tochter, die sich an „ihre“ Erzieherin gekuschelt hat. Ganz erschöpft, völlig fertig. Ich unterdrücke ein paar Tränen.

Es tut so gut, meine Maus in den Arm zu nehmen. Und während ich sie ganz fest halte und spüre, wie die ganze Anspannung von ihr weicht, erzähle ich der Erzieherin alle meine Zweifel. Ob wir sie nicht überfordern, dass wir ja noch genug Zeit hätten, usw. Doch sie meint, nein, es laufe alles bestens, das Pralinchen habe sich gut von ihr beruhigen lassen. Und es bringe nichts, wenn ich noch länger im Gruppenraum säße, dann würde es der Kleinen noch schwerer fallen, sich von mir zu trennen. „Es läuft wie im Lehrbuch. Aber den Schmerz kann ich Ihnen leider nicht nehmen.“ Sie hat über 20 Jahre Erfahrung. Ich vertraue ihr. Schließlich hatte sie es ja geschafft, mein Pralinchen zu trösten und zu beruhigen.

Doch obwohl ich weiß, dass mein Mädchen hier in guten Händen ist, fällt mir das Loslassen schwer. Und ich werde noch viel Kraft und Geduld für die Eingewöhnung brauchen. 

Wie war das bei euch? War die Eingewöhnung ganz easy oder durchwachsen? Oder gar ein großes Drama?

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