Mama arbeitet: der ganz normale Wahnsinn am Morgen

Früher, als ich noch kein Kind hatte, bin ich um 7:00 Uhr aufgestanden und war um 9:00 Uhr in der Arbeit. Jetzt frage ich mich, was ich während all dieser Zeit gemacht habe.

Denn jetzt muss ich um 7:00 Uhr aufstehen UND:

  • Kind möglichst sanft aufwecken
  • Frühstück für uns beide machen
  • Zähne uns beiden putzen
  • Make-Up draufklatschen
  • Kind (unter Protest) anziehen
  • diskutieren, welches Stofftier mitkommen soll
  • Kind in den Kinderwagen setzen
  • Kind in die Kita bringen, ausziehen, der Erzieherin übergeben
  • in die Arbeit fahren
  • um 9:00 Uhr ankommen.

Wow!!! Ich staune nicht schlecht über mich selbst, wozu ich in der kurzen Zeit fähig bin. Doch natürlich läuft das mal mehr und mal weniger gut. Heute war so ein Morgen, wo ich diese Hektik massiv gespürt habe. Und das mit nur einem Kind und einem Halbtagsjob! Ich erzähle Euch mal, wie das so abgelaufen ist.

7:00 Uhr: der Papa weckt uns, er muss gleich in die Arbeit fahren. Ich gebe Pralinchen und mir noch eine halbe Stunde Schonfrist. Schnarch!

7:30 Uhr: ich schaue, was auf Twitter los ist. Das Pralinchen schläft noch. Es fällt mir so schwer, sie aufzuwecken. Ich beschließe, Frühstück zu machen und mich fertig zu machen. Sie soll noch 15 Minuten schlafen. Ein fataler Fehler, wie es sich später erweist.

7:45 Uhr: ich habe mich und das Frühstück fertig gemacht und wecke das noch immer seelig schlummernde Kind. Sie will nicht aufstehen, meckert herum. Ich verstehe sie. Ich sage ihr, der Bär ist hungrig und will gefüttert werden. Nur so gelingt es mir, sie zum Frühstück zu motivieren.

8:10 Uhr: wir frühstücken immer noch, langsam werde ich nervös…in 10 Minuten müssen wir los. Noch dazu entscheidet das Kind, dass es alles ausziehen und nackt durch die Gegend laufen will (macht sie derzeit gefühlte hundert Mal am Tag). Ich ziehe sie aus. Will einen Trotzanfall vermeiden. Ich sage ihr, dass wir uns gleich anziehen müssen.

8:15 Uhr: suche hektisch nach meinem Handy. Puuuhh, was für ein Glück, es ist geladen. Pralinchens Kleidung habe ich am Vortag zurechtgelegt. Ich fühle mich als organisierteste Mama der Welt. Yay! Ich bereite das Nackedei darauf vor, dass es angezogen wird. Lautstarkes Gebrüll. Die Nachbarn sind jetzt sicher wach und dankbar, dass sie keinen Wecker brauchen.

8:20 Uhr: das Anziehen findet noch immer unter massivem Protest, Gebrüll, Hin- und Herwinden, Durchstrecken statt. Ich versuche, Zen-buddhistisch Contenance zu bewahren, während ich mir die Schweißperlen von der Stirn streiche und mir überlege, ob ich der stressbedingten Transpiration wegen alleine in der Straßenbahn sitzen werde.

8:25 Uhr: Anziehen fertig, ich fühle mich als schlechteste Überdrüber-Rabenmama der Welt. Das Kind wird in den Kinderwagen gepackt und es wird in die Kita gefahren.

8:35 Uhr: Wir kommen in der Kita an, eine Überraschung wartet auf uns: „Scharlach“ steht auf einem knallroten Aushang. Wahrscheinlich, um die Eltern schon mal sinnbildlich darauf vorzubereiten.

8:40 Uhr: das Pralinchen ist umgezogen und wird der Erzieherin übergeben. Aber halt! Da ist ja niemand drinnen im Gruppenraum?! Die nächste Überraschung: beide Erzieherinnen sind krank, es sind nur Ersatz-Pädagoginnen dort. Ich bekomme leichte Hitzewallungen. Stress pur. Darauf war ich nicht vorbereitet.

Ich habe das Kind auf dem Arm, klarerweise will es nicht von mir weg. Ist ja schließlich noch nicht lange in der Kita und will seine Vertrauenspersonen haben. Vier neue Augenpaare starren sie an. „Kommst du zu mir?“ „Nein!“. Die Erzieherin schaut sichtlich überfordert ihre Kollegin an. Ich muss in zwei Minuten weg zur Arbeit. Zum Glück kommt eine Assistentin vorbei, die das Pralinchen kennt. Sie lässt sich von ihr auf den Arm nehmen. Puuuh…was für eine Erleichterung!

8:45 Uhr: ich fahre mit der Straßenbahn in die Arbeit. Viel zu spät.

9:15 Uhr: ich komme abgehetzt im Büro an. Ich gehe in die Küche, um mir Kaffee zu machen. Und was sehe ich da?


Meine Kollegin klärt mich auf: am Vorabend gab es einen Vortrag mit französischem Buffet. Davon ist noch was übriggeblieben und das Catering hat eine Nachricht hinterlassen mit: „Bon Appetit! Quiche + Spieß 5 Minuten/200 C“. Ist doch voll nett, oder? Ich setze mich an meinen Schreibtisch, lege die Beine hoch und genieße das Schokotörtchen mit Kaffee. Das habe ich mir jetzt verdient!

Und wie läuft bei Euch so die Morgenroutine ab? Ist es auch so hektisch? Oder ganz entspannt?

Ich freue mich, wenn Du mir einen Kommentar hinterlässt!

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