Tagebuchbloggen

#WMDEDGT: Ausnahmezustand

Frau Brüllen ruft einmal im Monat zum Tagebuchbloggen auf. Ich bin diesmal dabei.

7:30 Uhr Das Pralinchen weckt mich und rennt zum Adventskalender. Ich darf aber noch weiterschlafen, weil der Mann zu Hause ist und mit dem Kind spielt. Es herrscht bei uns gerade Ausnahmezustand, wir sind alle drei krank. So wie heute laufen Wochentage bei uns normalerweise nicht ab.

9:30 Uhr Mann und Kind spielen Reiterhof mit Spielfiguren und ich lümmle immer noch im Bett. Habe mich entschieden, ein Buch zu lesen. Ich lese gerade „Outlander“, passend zu meiner derzeitigen absoluten Lieblingsserie.

10:00 Uhr Ich raffe mich, stark hustend, endlich auf, Frühstück zu machen. Das Pralinchen wünscht sich Palatschinken.

10:30 Uhr Ich stelle dem Pralinchen einen Koffer für ihr Pferde-Putzzeug zusammen. Sie beschäftigt sich gerade intensiv damit, ihr Spielzeugpferd zu bürsten, putzen, zäumen und die Hufe auszukratzen. Jetzt sind alle dafür notwendigen Utensilien auf einem Platz. Sogar die Gummistiefel, die kurzerhand zu Reisterstiefeln umfunktioniert worden sind.

11:30 Uhr Der Mann bringt das Pralinchen zur Oma. Dank ihr können wir uns ein paar Stündchen ausruhen und auskurieren. Mit Kind wäre das nicht so gut möglich.

14:30 Uhr Wenn ich nicht arbeite, habe ich mehr Zeit zum Kochen. Es gibt „Pink Curry“. Die Farbe entsteht durch die Verbindung von Kokosmilch mit roten Rüben.

15:30 Uhr Das Pralinchen kommt samt Papa, der sie abholte, wieder nach Hause.

16:00 Uhr Nachdem ich zwar immer noch stark huste, es mir aber schon etwas besser geht als die Tage davor, komme ich endlich dazu, den Adventkranz aufzustellen. Das Pralinchen hilft mir dabei.

Die Kerzen sind noch vom letzten Jahr und müssen bald ausgetauscht werden. Ein paar Tage habe ich ja noch Zeit.

17:00 Uhr Wir lümmeln im Bett herum, ich überrasche das Pralinchen mit Büchern, die sie schon länger nicht mehr angeschaut hat, und lese sie vor. Seit ich abgestillt habe, lesen wir deutlich mehr. Das freut mich wirklich sehr…

18:30 Uhr Zum Abendessen mache ich Topfennockerl in Semmelbröseln mit Apfelmus.

20:00 Uhr Das Pralinchen schaut sich auf dem Fernseher ein Youtube-Channel mit Pferdekram an. Da werden Pferde geputzt, gesattelt, geritten und sie macht mit ihrem Plüschpferd alles nach, was diese Mädels so machen. Echt süß. Witzig ist, dass sie auch deren Sprache übernimmt, da ist alles immer „Mega“ und so…

20:30 Uhr Das Kind verschwindet mit dem Papa im Bad und ich suche nach schönen Weihnachtsliedern.

21:00 Uhr Einschlafbegleitung.

So haben wir auch diesen Tag trotz Kranksein gut überstanden. Zum Glück ist die Oma fit und kann uns das Kind für ein paar Stunden abnehmen. Ich bin ihr wirklich sehr dankbar dafür. Durch ihre Unterstützung ist es doch ein angenehmer Ausnahmezustand geworden. Auch wenn Kranksein nie Spaß macht. Aber immerhin, manchmal muss man – so gut es geht – das Beste daraus machen.

Und was habt Ihr so gemacht? Mehr Tagebuchbloggende gibt es bei Frau Brüllen. Habt noch eine schöne restliche Woche und bleibt gesund!

Ein Fernsehauftritt, der doch keiner war

Sowas passiert ja nicht alle Tage: man wird als 08/15 Mensch zu einer Fernsehsendung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk eingeladen und sagt zu. Ich hätte das Thema „Flexibilität am Arbeitsplatz“ aus Sicht einer Mama schildern sollen. Letztendlich kam es dann doch nicht dazu, aber ich möchte Euch trotzdem mal einen Blick hinter die Kulissen werfen lassen.

Warum habe ich zugesagt?

Erstens, weil mir das Thema „Vereinbarkeit“ sehr am Herzen liegt. Ich finde, es lastet ein großer Druck auf den Mamas (und auch Papas) heutzutage. Einerseits gibt es das System Familie: Kinder brauchen ganz viel Zuwendung, Geduld, Empathie, Zeit. Andererseits steht dem das System Wirtschaft gegenüber: hier ist man vor allem Leistungsträger, der möglichst effizient und flexibel agieren soll. Doch Überstunden, Geschäftsreisen und Co lassen sich nicht so einfach mit Kindern vereinbaren. Oft fühlen sich Eltern zerrissen zwischen diesen beiden Systemen. Viele haben ein schlechtes Gewissen, dass sie beiden nicht gerecht werden. Jeden Tag. Wenn Frau Vollzeit arbeitet, ist dieses schlechte Gewissen wohl umso stärker. Arbeitet sie nur wenig oder gar nicht, kann sie sich nur wenig für die Altersvorsorge auf die Seite legen oder geht das Risiko der Altersarmut ein. Und auf diese Problematik wollte ich aufmerksam machen. Es ist mir einfach ein Anliegen.

Zweitens, wollte ich als Mensch, der Publizistik studiert hat und sich für Medien jahrelang interessiert, auch mal miterleben, wie so eine Fernsehsendung entsteht.

Und drittens steckt auch ein kleines „Weibchen“ in mir und ich wollte schon immer mal von einem Profi geschminkt und frisiert werden bzw. sehen, wie die das so in der Maske machen. 🙂

Mein Nachmittag im TV in Bildern

13:00 Uhr: Das Pralinchen schläft und ich mache mir inzwischen was zu essen (Falafel mit Kartoffeln und Majo). Ich bin aber aufgeregt, sodass ich nicht wirklich viel runterbringe. Noch 5 Stunden sind es bis zur Sendung.

14:30 Uhr: Das Kind schläft noch immer. Sie ist schon seit einigen Tagen krank, die Arme. Hat Fieber, aber keine weiteren Symptome.

14:45 Uhr: Sie wacht auf. Ich schalte ihr eine Fernsehsendung ein, weil ich mich noch zurechtmachen muss. Kleid anziehen, schminken und so.

15:00 Uhr: Der Mann kommt früher von der Arbeit nach Hause und übernimmt die Kinderbetreuung. Das Pralinchen ist überhaupt nicht begeistert, dass ich weggehe und weint mir nach. Anschließend kommt auch meine Mama vorbei und wir fahren mit dem Taxi auf den Küniglberg. Ich durfte eine Begleitperson mitnehmen.

16:00 Uhr: Wir kommen im ORF Zentrum an. Ein riesiges Gebäude.

Sofort werden wir in Empfang genommen und lernen gleich die anderen Gäste im Gästeraum kennen. Zwei Damen, von denen mir eine besonders sympathisch ist. Sie ist genauso aufgeregt wie ich.

16:30 Uhr: Ich komme in die Maske. Mein Augen Make-Up wird noch etwas verstärkt und die Augenringe überschminkt. Ich bitte die Dame auch, noch etwas Concealer auf den Hals zu geben, weil ich immer so hektische Flecken bekomme, wenn ich nervös bin.

Der Lipgloss gefällt mir auch ganz gut und ich mache ein Foto, damit ich ihn nachkaufen kann.

Danach gehe ich wieder in den Gästeraum zurück und jetzt heißt es: warten und mit den anderen Damen plaudern. Noch etwa eine Stunde bis es losgeht.

17:30 Uhr: Wir gehen ins Studio und auf die Bühne, damit die Beleuchtung auf uns abgestimmt werden kann.

17:45 Uhr Wieder im Gästeraum zurück. Die Moderatorin begrüßt uns. Die Begleitpersonen werden ins Studio auf die Publikumsplätze geführt.

18:00 Uhr Die Sendung geht gerade los und ich schaue sie mir im Gästeraum an, um alles mitzubekommen.

Anschließend gehe ich hinter die Bühne und werde verkabelt. Das Mikro ist an, alles funktioniert. Jetzt bin ich richtig aufgeregt, denn jede Sekunde kann mir das Signal gegeben werden, dass ich auf die Bühne gehen soll.

Doch während ich hinter der Bühne warte, heißt es plötzlich, dass die Regie anders entschieden hat. Anscheinend war die Diskussion doch etwas länger in Gange, aber den genauen Grund weiß ich nicht.

Ich bin ziemlich enttäuscht, weil ich mich schon darauf gefreut hatte, an der Diskussion teilzunehmen. Noch ein letztes Foto zur Erinnerung und dann geht’s ab nach Hause zum kranken Pralinchen.

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