Taufe? Ja! Bilder unserer Taufe in Polen

Soll ich mein Kind taufen lassen oder nicht? Diese Frage stellen sich wohl einige Eltern. Die Sache mit der Taufe, Religion und all diesen Dingen ist eine sehr persönliche Angelegenheit. Jede Familie muss für sich entscheiden, ob sie ihr Kind taufen lassen will oder nicht. Ich kenne viele Mamas und Papas, die sich gegen die Taufe entschieden haben, weil sie entweder nicht gläubig sind, oder mit der Kirche nichts (mehr) zu tun haben wollen, oder das Kind einfach später selbst entscheiden lassen wollen, welcher Religion es angehören will und ob überhaupt. Auch ich habe hin- und herüberlegt, ob wir taufen sollen oder nicht.

Und dann habe mich aus folgenden Gründen dafür entschieden, das Pralinchen taufen zu lassen:

  • Ich komme durch meine polnischen Wurzeln aus einer katholischen Familie
  • Traditionen, Brauchtum und Feste finde ich schön
  • Ich finde es gar nicht soooo schlecht, meinem Kind ein Stück Glauben mitzugeben, oder zumindest ein paar Grundprinzipien (natürlich nur jene, die für mich und für uns als Familie Sinn machen)
  • Sie kann dann später selbst entscheiden, ob sie mit dieser oder ganz ohne Religion weiterleben will

Und nicht zuletzt war ein ganz wesentlicher Punkt für mich die Tatsache, dass meine Großeltern in Polen noch leben und die Taufe unserer Tochter miterleben durften. Das war auch eine schöne Gelegenheit, um nach Polen zu fahren und sie nochmal wiederzusehen.

Doch die Sache mit der Taufe war gar nicht so einfach, wie wir uns das anfangs vorgestellt hatten. Da der Mann und ich nicht verheiratet sind, haben uns einige Kirchen in Warschau abgelehnt. Ebenso meine Cousine, die noch keine Firmung hat und Taufpatin sein sollte. Am Ende haben wir aber doch noch eine liberalere Kirche gefunden. Daraus ist dann letzte Woche ein richtig schönes Fest geworden und ich möchte Euch hier ein paar Impressionen zeigen:

Der Mann muss noch einen Anzug für die Taufe kaufen und das Pralinchen spielt zwischen all den Klamotten Verstecken.

Danach treffen wir uns mit der Familie in einem Schokolade-Café. Ja, ihr habt richtig gelesen: Ein Kaffeehaus, wo nur Schokolade in allen möglichen Variationen angeboten wird! Ein wahres Paradies!

Ich bin ganz gerührt, als ich meine Großeltern wiedersehe, vor allem meine Großmutter, die vor einigen Monaten wegen einer schweren Lungenentzündung im Sterben lag und zum Glück wie durch ein Wunder wieder gesund geworden ist.

Ich freue mich wirklich sehr und knuddle sie ganz viel ab. Und obendrauf bestelle ich mir Obst mit Schoko-Fondue. Wenigstens ein paar Vitamine zwischen all der Schoki. *hust*

Danach gehen wir noch eine Runde im Park spazieren. Das Pralinchen fängt Seifenblasen mit meiner Cousine – ihrer Taufpatin.

Fotosession: Mein Cousin – Pralinchens Taufpate (in Polen gibt es immer zwei Taufpaten) hat als Geschenk für die Taufe einen Fotografen organisiert.

Wir hängen noch ein wenig im Park herum…

Und gehen dann in die Kirche, wo die Taufe stattfindet:

Mein frisch getauftes Pralinchen mit ihren Großeltern auf dem Weg zur Feier ins Restaurant.

Ich bestelle einen leckeren Fisch mit Oliven.

Für Unterhaltung ist auch gesorgt. Polen ist übrigens in den letzten Jahren sehr kinderfreundlich geworden. Es gibt sehr viele verschiedene Angebote für Familien mit Kindern, an allen Ecken und Enden der Stadt: Indoor-Spielplätze, eigene Spielräume mit Riesen-Bauklötzen, …

Oder Hüpfburgen, so wie diese hier, die dem Pralinchen total gut gefallen hat:

Zum Abschluss machen wir noch ein Ründchen durch die Altstadt von Warschau:

Schade, dass die Zeit so schnell vorbeiging! Der Weg zurück nach Wien war übrigens recht mühsam: wir sind 9 Stunden mit dem Auto in der Nacht gefahren. Das Pralinchen hat zum Glück super geschlafen, aber der Mann und ich waren danach ziemlich fertig.

Und wie steht Ihr so zur Taufe? „Ja, auf jeden Fall“ oder: „kommt nicht in die Tüte“?

Comments

  1. Ein schöner Beitrag und tolle Fotos! Das Thema stand bei uns nie zur Debatte, da weder mein Ex noch ich gläubig sind und ich möchte dass sie das komplett selbst entscheidet. Wenn sie alt genug ist und sagt „Ja Mama, ich glaube an Gott und wünsche mir eine Taufe!“ Bekommt sie diese auch. Aber nur wenn sie das wirklich will. Ich freue mich für euch dass ihr ein so schönes Fest hattet 🙂

  2. Danke für diesen Artikel und die schönen Bilder und Momentaufnahmen, die Du mit uns geteilt hast. Wir leben ja in Italien, einem durchaus katholisch geprägten Land, und hier gilt es eher als Ausnahme, seine Kinder nicht taufen zu lassen. Mein Mann ist katholisch aufgewachsen, war viele Jahre im Priesterseminar und ist gläubig, hat jedoch mit der “ Institution Kirche“ nicht (mehr) viel am Hut. Ich habe kein so richtig definierbares Verhältnis zum Glauben, auch wenn ich mich aus freien Stücken im Erwachsenenalter, also vor etwas mehr als einem Jahrzehnt, habe taufen lassen. Wir gehen mit unseren Kindern schon regelmäßig zum Gottesdienst und geben ihnen im Alltag einges mit an „Religion“- dennoch sind sie nicht getauft. Sie sollen später, in ein paar Jahren, selbst entscheiden können, wie sie leben möchten und ob die (christliche) Religion Teil ihres Lebens sein soll. Auch wenn man damit vielleicht Gefahr läuft, dass sie sich eventuell dafür entscheiden, weil sie sonst, gerade im Jugendalter, als Außenseiter dastehen.

Ich freue mich, wenn Du mir einen Kommentar hinterlässt!

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