Eingewöhnung

Kita-Eingewöhnung: Ich weine…vor Stolz!

Nach der emotionalen Achterbahn der letzen Wochen hatten wir heute endlich ein Erfolgserlebnis in der Krippe. Das Pralinchen meisterte eine halbe Stunde problemlos in der Gruppe! Wie kam es zu diesem plötzlichen Sinneswandel?

Loslassen fällt mir sehr schwer, ich hatte darüber hier schon mal geschrieben. Ich war bereits richtig verzweifelt, weil die Eingewöhnung in die Kita aus meiner Sicht immer schlechter voranging. Die Trennung war jedes Mal ein Drama für sie und für mich. Sie weinte bitterlich und ich weinte mit. Ich weiß, dass das ein Stück weit normal ist, aber ich erreichte einen Punkt, wo es mir nicht mehr gut ging damit.

Ich merkte, dass ich etwas verändern musste, sonst würde ich zu sehr leiden und mein Kind auch

Und so beschloss ich, meine Einstellung zu überdenken. Ich wollte nicht mehr voller Zweifel sein, ob das jetzt der richtige Zeitpunkt ist, ob sie überfordert ist, ob es ihr auch wirklich gut geht. Ich wollte nicht mehr alles hinterfragen. Ich machte mir bewusst, dass sie dort eine liebe Erzieherin hat, die sich intensiv mit ihr beschäftigt und sie sofort auf den Arm nimmt, wenn sie weint oder es ihr schlecht geht. Sie ist zwar von mir getrennt, und das tut sicher weh, aber sie wird liebevoll aufgefangen.

Ich habe begonnen, ihr zuzutrauen, dass sie es alleine schafft. 

Dass sie hier im Kindergarten ein schönes Umfeld hat, mit vielen gleichaltrigen Kindern und vertrauenswürdigen Erzieherinnen. Ich habe ihr das alles erklärt, und dass ich einen wichtigen Anruf machen muss, aber gleich wieder da bin und sie abhole. Das hatte ich ganz fest im Kopf: ich MUSS jetzt weg, weil ich etwas erledigen MUSS, und ich traue es meiner Tochter zu, dass sie diese Zeit ohne mich übersteht. Ich war mir selbst so sicher, dass das jetzt so ist und nicht anders.

Und siehe da: es hat funktioniert!! Sie weinte nur ein paar Sekunden, und beruhigte sich ganz schnell wieder. Ich konnte eines viel besseren Gewissens aus dem Gruppenraum hinausgehen. Und während ich so auf der Wartebank saß, plauderte ich zuerst gemütlich mit einer anderen Mama und machte dann meinen Anruf.

Als ich zurückkam, fand ich ein Bild vor, das mich zu Tränen rührte:

Das Pralinchen spielte wie selbstverständlich mit der Erzieherin. Sie saß nicht mehr traurig und erschöpft auf ihrem Schoß. Nein, sie ging herum, suchte einen Ball, den sie dann von einem Holzbaum runterfallen ließ. Immer und immer wieder. Sie war vollkommen vertieft in ihr Spiel.

Ich war so stolz auf sie und fand es zugleich faszinierend, wie sensibel sie ist, wie viel sie von meinen Gefühlen wahrnimmt und spürt. Ich habe für mich endlich erkannt:

Mein Kind spiegelt meine Emotionen. Wenn ich unsicher bin oder leise Zweifel habe, ist sie ebenfalls unsicher. Wenn ich zuversichtlich bin, dann reagiert sie gelassener und meistert gewisse Situationen viel leichter. Wir sind eins. Es ist ein Wechselspiel zwischen uns beiden.

Das zeigt mir: als Mama muss ich mich wirklich im Griff haben. Und mich immer wieder selbst reflektieren, um gewisse Sachen nicht meinem Kind in die Schuhe zu schieben, wie etwa „Mein Kind will das gerade nicht“ etc. Denn mein Kind kooperiert sehr wohl!

Wie seht ihr das? Habt ihr eine ähnliche Erfahrung mit euren Kindern gemacht? Wie reagieren sie auf eure Gefühle?

Kita-Eingewöhnung: Von einem Fettnäpfchen ins andere

Wir sind gerade mitten in der Kita – oder besser gesagt – Krippeneingewöhnung. Heute war der vierte Tag. Das Pralinchen macht sich bis jetzt ganz gut, was man aber von ihrer Mama nicht behaupten kann. Denn ich möchte mal wieder alles „richtig“ machen und trete von einem Fettnäpfchen ins andere.

Der erste Tag lief problemlos, das Pralinchen entfernte sich kaum von meinem Schoß. Aber das ist auch völlig natürlich und ok, wie ich im Blog von Kathrin Öko Hippie nachgelesen hatte. Übrigens ein total hilfreicher Artikel für all jene, die ihr Kind gerade eingewöhnen. 

Am nächsten Tag schaffte ich es schon, krank zu sein! Halsschmerzen aus der Hölle, Ausschlag auf den Händen und im Gesicht. Ich vermute, es war die Hand-Mund-Fuß Krankheit. Ich ging zur Ärztin aufgrund der ganz üblen Halsschmerzen, aber da hatte ich den Ausschlag noch nicht. Sie meinte, dass sei ein Infekt. Das Pralinchen blieb zum Glück verschont.

Ich sagte klarerweise im Kindergarten Bescheid, wir blieben etwa eine Woche zu Hause. Ich hatte die Symptome jedoch nur ein, zwei Tage, war dann völlig symptomfrei und danach kam sowieso das Wochenende. Also mehr als genug Zeit zum Auskurieren.

Wie konnte ich nur so blöd sein?

Am Montag gingen wir wieder völlig gesund in die Kita. Und was mache ich? Erzähle der Erzieherin brühwarm, dass es vermutlich die ansteckende, aber harmlose Hand-Mund-Fuß-Krankheit war, dass ich aber schon längst wieder gesund und dass die Tochter davon verschont geblieben sei. Entsetzen in ihrem Gesicht. Sie meinte irgendwas von einem ärztlichen Attest, 2 Wochen zu Hause etc. Wie konnte ich nur so blöd sein? Ich hätte ihr doch einfach nur sagen können, dass ich krank war, Halsschmerzen hatte, was auch immer. Da das Pralinchen nicht krank geworden war, erlaubte sie uns trotzdem, dazubleiben. Aber ich spürte ihren bösen Blicke auf mir und ich durfte nicht mit der Knetmasse spielen.

Merke: Sage in einer Kita niemals, NIEMALS, dass du eine ansteckende Krankheit hattest, wenn du schon LÄNGST wieder gesund bist.

Nächster Kita-Eingewöhnungstag: das Pralinchen entfernte sich schön langsam von mir, sie ging mit der Erzieherin Hände waschen. Dann spielte sie wieder ganz lange mit den anderen Kindern. Ich war stolz, dass das so gut klappt. Soweit, so gut. Dann kam ein Mädchen ganz nah zu mir und es hatte den Anschein, als ob sie kuscheln wollte. Ich fragte sie, ob sie auf meinen Schoß möchte. Ich dachte mir einfach nichts dabei. Die Erzieherin sagte sofort: „Wollen Sie das Ihrer Tochter wirklich antun?“. Nächstes Fettnäpfchen! Ich war im ersten Moment baff, fühlte mich irgendwie vorgeführt. Aber ich ließ es dann bleiben. Sie war die Pädagogin, sie wusste es besser.

Ich ging mit einem schlechten Gefühl nach Hause. Zum Glück baute mich der Online-Clan auf Twitter wieder auf – danke euch allen so lieben Mamas, ihr findet die richtigen Worte zur richtigen Zeit! Ich muss mehr meiner Intuition vertrauen und mich nicht so stark verunsichern lassen, vor allem wusste ich ja, dass das Pralinchen nicht eifersüchtig geworden wäre, wenn ich das Mädchen auf den Schoß genommen hätte. Schließlich konnte ich das als ihre Mama am besten einschätzen.

Merke: Bleib bei dir und vertraue dir selbst, nur du kennst dein Kind am besten!

Nächster Tag, nächster Anfängerfehler: Ich habe meine Tasche mit Wertsachen in einem Schrank im Gruppenraum, wo die Kinder spielen, verstaut. Als wir nach Hause gingen, fragte ich das Pralinchen, ob sie meine Tasche herausnehmen wollte. Sie macht das ganz gern und ist immer stolz darauf. Die Erzieherin: „Nein, das dürfen Sie sie nicht machen lassen! Dann glauben alle anderen Kinder, dass sie auch Sachen aus dem Schrank nehmen dürfen!“ Hmmmm….ok…..wieder fühlte ich mich etwas vorgeführt. War ich denn wirklich so blöd, dachte ich nicht mit? Ich sagte zum Pralinchen, dass dies eine Ausnahme sei, dass sie aber die Tasche doch herausnehmen könne, wenn sie wolle. Wieder böse Blicke.

Fazit: In einem Kindergarten fühlt man sich wieder wie ein Kind.

Zumindest gibt mir die Erzieherin immer wieder dieses Gefühl, etwas „Schlimmes“ angestellt zu haben. Wahrscheinlich stelle ich mich wirklich etwas doof an. Aber: ich war schon 30 Jahre nicht mehr in einem Kindergarten. Und ich habe noch nie eine Eingewöhnung gemacht. Da darf man doch auch mal ins Fettnäpfchen treten, oder?

Wie war das bei euch? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Wie ist euer Draht zu den Erzieherinnen?

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