Kindergarten

Probleme mit dem Kindergarten: des Rätsels Lösung?

Es gibt ein Thema, das mich schon seit Monaten beschäftigt: Mein Kind will nicht in den Kindergarten gehen. Seit Sommer letzten Jahres gibt es da immer wieder Probleme. Zuerst wollte sich das Pralinchen in der Früh nicht anziehen lassen, dann wurde der Protest immer offensichtlicher, bis sie mir irgendwann ganz deutlich machte, dass sie gar nicht in den Kindergarten gehen will. Durchs Protestieren, Weinen beim Abgeben, oder auch einfach nur, indem sie sagte: „Mama, ich will da nicht hin. Ich will lieber bei dir bleiben.“

Worte, die mich mitten ins Herz treffen. Mich aber genauso mit Liebe erfüllen. Denn sie zeigen mir, dass sie sich bei mir geborgen und geliebt fühlt. 

Und dennoch muss und will ich arbeiten. Und wenn ich arbeite, dann will ich das mit gutem Gewissen tun. Kann es nicht beides geben? Eine zufriedene Working Mum und ein Kind, das die wenigen Stunden, die es im Kindergarten verbringt, toleriert?

Nicht bei uns.

Ich suchte mir Hilfe und sprach mit ihrer Pädagogin. Danach ging es wieder deutlich besser und es kam eine Phase, wo sie ohne Protest hinging. Das war direkt nach dem Gespräch letzten Herbst. Sie war selten krank, wir hatten unsere Routine und Kontinuität. Doch dann war Weihnachten, Neujahr und die Erkältungszeit begann. Seit Januar war sie praktisch mehr daheim, als im Kindergarten. Und sie wollte wieder nicht hin.

Ich könnte meinen Job nicht machen

Inzwischen kann ich seit Monaten ein bestimmtes Muster feststellen: Mein Kind geht zwei Tage in den Kindergarten und ist den Rest der Woche krank. Wieder zwei Tage im Kindergarten, wieder eine Woche krank, usw.

Wäre ich nicht zum Teil selbstständig, könnte ich niemals meinen Job behalten. Denn, ganz ehrlich, welcher Arbeitgeber würde das tolerieren? Zum Glück gibt es noch die Oma, die auf sie aufpasst, wenn ich viel zu tun habe. Oder ich kümmere mich ums kranke Kind und hole die Arbeit später – am Abend oder am Wochenende – nach. So schlängeln wir uns irgendwie durch. Aber als Dauerzustand geht das gar nicht. Noch dazu bedeutet es für mich eine psychische Belastung.

Eine Belastung, zu wissen, dass ich mein Kind in etwas hineinzwinge, was es gar nicht will. Ich bin kein Fan von „Da musst du halt durch!“. Dieses feuchte Taschentuch in meiner Jacke zu spüren, mit dem ich ihr vorhin die Tränen der Verzweiflung abgewischt habe, das fühlte sich nicht gut an. Es konnte so nicht weitergehen.

Ein Mittel gegen Kindergartenfrust: ein Wochenplan
Ein Mittel gegen Kindergartenfrust: ein Plan!

Ein Mittel gegen Kindergartenfrust: Der Wochenplan

Das zweite Gespräch am Anfang des Jahres mit der Pädagogin gab mir etwas Kraft und Hoffnung. Sie nahm sich wirklich viel Zeit für mich. Sie meinte, das Pralinchen hätte an manchen Tagen Probleme, sich in die Gruppe einzufinden, vor allem nach den vielen Pausen. Wir müssten mehr Kontinuität hineinbringen, dann würde sich das wieder legen. Sie meinte aber auch, es könnte an der Eingewöhnung der neuen Kinder Anfang des Jahres liegen. Der Lärmpegel sei durch das Weinen der Kinder recht hoch gewesen, sie lebe wahrscheinlich auch ihre eigene Eingewöhnung mit. Ein weiterer Grund könnte sein, dass sie meine Unsicherheit spürt, nach dem Motto: „Wenn es Mama nicht gut geht dabei, dann bleibe ich lieber bei ihr.“ Und sie gab mir noch einen richtig guten Tipp mit auf den Weg: einen Wochenplan zu erstellen.

Und so besprach ich jeden Sonntag mit dem Pralinchen die kommende Woche. Ich zeigte ihr, an welchen Tagen ich in die Arbeit gehe und sie in den Kindergarten, wann sie wer abholt und welches Kuscheltier sie an welchem Tag mitnehmen will. Was sie wann anziehen will, etc.

Und siehe da – es funktionierte!

Eine Zeit lang. Vor allem am Anfang der Woche. In der Mitte der Woche fragte sie schon wieder, wie lange sie noch gehen müsse. Aber zumindest spürte ich, dass uns der Wochenplan ein großes Stück Sicherheit gab. Und sie war richtig stolz auf sich, als wir die Tage gemeinsam abhakten.

Und dennoch war da noch so ein leiser Zweifel in mir. Was, wenn sie nur mir zu liebe in den Kindergarten geht? Kontinuität, Planung und Sicherheit waren das eine. Aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass vielleicht doch etwas Grundlegendes nicht passte. Ich betrieb also weiterhin Ursachenforschung.

Was ist der wahre Grund, warum sie nicht gerne in den Kindergarten geht?

Fragte ich das Pralinchen selbst, so erhielt ich unterschiedliche Antworten, aber vor allem, dass es im Kindergarten langweilig wäre. Und traurig. Tatsache ist, dass sie seit letzten September eines von drei ältesten Kinder in der Gruppe ist. Alle anderen sind mit 1,5 und 2 Jahren jünger als sie.

In den letzten Wochen bemerkte ich ein bislang fürs Pralinchen unübliches Verhalten: Sie begann, andere, vor allem jüngere Kinder, zu schubsen. Ihren zweijährigen Cousin schubste sie weg, zog ihn sogar an den Haaren, wenn ihr etwas nicht passte. Sie spielte auch nicht wirklich mit ihm.

Gestern war ich mit ihr in einer Spielgruppe. Sie konnte dort nichts mit den anderen Kindern anfangen, die alle jünger als sie waren. Gar nichts! Ein Mädchen in ihrem Alter schubste sie weg, einen etwa einjährigen Buben hat sie sogar getreten. Das war mir richtig unangenehm. Sie wollte nur mit mir spielen und ich konnte mich gar nicht mit den anderen Eltern unterhalten. „Dann hätten wir ja gleich zu Hause bleiben können!“, dachte ich mir. Frust auf beiden Seiten.

Bis das große Mädchen kam.

Große Sympathie für große Mädchen
Große Sympathie für große Mädchen

Das große Mädchen war etwa 10 Jahre alt, und mein 3jähriges Pralinchen fing an, sie anzuhimmeln. Sie machte ihr Komplimente: „Du hast so schöne Haare!“ und „Du hast so ein schönes Kleid!“. Schon nach kurzer Zeit unterhielten sie sich und spielten miteinander. Sie malten zusammen ein Bild aus, aßen Äpfelspalten, die die Große vorbereitete. Das Pralinchen umarmte sie und hatte sie richtig gern. Auf dem Nachhauseweg hielten sie sogar Händchen.

Und mir ging langsam ein Licht auf.

Mein Kind braucht größere Kinder zum Spielen! Vielleicht ist ihr einfach zu langweilig im Kindergarten, weil die Mehrheit der Kinder dort viel jünger ist als sie? Und die Erzieherinnen können sich ja nicht mit jedem Kind intensiv beschäftigen, das wäre unmöglich. Wahrscheinlich ist sie deshalb etwas unglücklich dort.

Dadurch, dass es ihr nicht gut geht, und sie weint, bin ich verunsichert und das überträgt sich wiederum auf sie. Ein Teufelskreis. Aber was tun? Ich kann ja keine großen Kinder in ihre Gruppe zaubern

Es hilft nur, abzuwarten. Im September kommt das Pralinchen in die große Gruppe. Meine Hoffnung ist, dass sie sich in der Gegenwart älterer Kinder wohler fühlen wird. Die Zeit bis September müssen wir halt irgendwie überbrücken…

Die eigenen Ansprüche herunterschrauben

Ich werde weiterhin den Wochenplan machen. Und ich kann ihr leider nicht jeden Frust abnehmen. Im Leben ist nicht alles perfekt, bei weitem nicht. Sie darf sich auch aufregen und weinen. Ich kann sie nur dabei begleiten und wer weiß, vielleicht wird im Herbst dann alles wieder besser? Und wenn nicht, dann gibt es noch Alternativen. Vielleicht ein Kindergarten mit Gruppen, die vom Alter her durchmischter sind?

Ich habe aber inzwischen auch für mich erkannt, dass ich vielleicht zu hohe Ansprüche an sie und an die Situation habe. Ich muss mich loslösen von dem Gedanken, dass mein Kind glücklich oder zufrieden sein muss, wenn es fremdbetreut wird. Muss sie nämlich gar nicht. Es wäre nur viel einfacher für mich, für uns beide.

Vielleicht ist es ein Mythos, dass die meisten Kinder gern in den Kindergarten gehen. Wie sieht es bei Euch aus? Gehen Eure Kinder gerne hin oder gibt es auch hin und wieder Probleme? Und wenn ja, was sind die Ursachen und welche Strategien habt ihr schon unternommen, dass es besser wird?

Hilfe! Mein Kind will nicht in den Kindergarten!

Kindergarten-Frust: ein Drama in vier Akten

Montag: Mama, ich will bei dir bleiben. Ich will nicht in den Kindergarten!

Es ist 8:40 Uhr und ich sitze in der Straßenbahn. Noch ein paar Stationen, dann bin ich in der Arbeit. In der neuen Arbeit, die ich zwei Tage die Woche mache und die mir Spaß macht. Und nebenbei mache ich mich selbständig. Ich sitze da, und würde am liebsten losheulen. Ich spüre den Schmerz einer Mama, so fühlt sich das also manchmal an, dieses Mama-Sein. Es kann so sehr weh tun.

Sie kuschelte sich heute Früh zu mir und schaute mich mit ihren wunderschönen, kindlichen, verweinten Augen an und sagte: „Ich möchte zu Hause bleiben, Mama!“. Mein Kind wollte heute nicht in die Kita. Heute nicht und die letzte Woche auch nicht. Sie weinte zu Hause, nicht erst im Kindergarten. Dort ist sie sehr kontrolliert. Dort ging sie heute mit ein wenig zögern, aber ohne Weinen hinein. Aber zu Hause, da lässt sie ihre Gefühle raus. Gefühle und Worte, die mich mitten ins Herz treffen. Denn am liebsten würde ich sie zu Hause lassen. Aber es geht heute nicht. Und wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, dann möchte ich auch arbeiten, denn ich arbeite gerne und meine neue Arbeit macht mir Spaß. Aber um welchen Preis? Um diesen hier? Das ist ein ganz schön hoher, denn es sind die Tränen meiner Tochter. Meiner kleinen Tochter, die erst zweieinhalb Jahre auf dieser Welt ist und schon so früh erfahren muss, was Pflicht heißt.

Selbstzweifel schleichen sich ein. „Hätte ich sie doch erst mit drei Jahren in den Kindergarten gegeben, nicht mit eineinhalb. Vielleicht war es einfach zu früh für sie.“ Gedanken, die null bringen, weil man es sowieso nicht mehr ändern kann.

Dienstag: Houston, wir haben ein Problem!

Neuer Tag, neues Glück! Oder Unglück…denn das Kind will partout nicht in den Kindergarten gehen. Ich spreche auf sie ein, sage, wir machen uns einen schönen Nachmittag danach. Rufe die Oma an, die sie dann vom Kindergarten abholen würde. Nichts hilft. Sie weint bitterlich und protestiert heftig. Und das Schlimmste daran: ich kann sie so gut verstehen. Denn sie war vier Wochen lang nicht im Kindergarten und als sie zurückkam, war plötzlich alles anders. Alle ihre Freunde und Freundinnen sind in die große Gruppe ab 3 Jahren übersiedelt und mit einem Mal weg. Dafür sind jetzt viele neue, jüngere Kinder da. Viele davon können noch nicht einmal sprechen. Und noch dazu weinen sie ganz viel, weil sie gerade eingewöhnt werden. Ach ja, und die Pädagoginnen haben natürlich wegen der Eingewöhnung auch weniger Zeit für sie. Irgendwie kein Wunder, dass sie da gerade nicht so gerne hingeht…

Aber was mache ich jetzt? Ich zwinge mein Kind üblicherweise nicht, sondern behandle es – soweit es möglich ist – auf Augenhöhe. Soll ich sie jetzt unter Protest und Weinen hinschleppen? Das kann ich mir gar nicht vorstellen und es liegt mir fern, das zu tun. Ich bin verzweifelt, unsicher, was ich machen soll. Ich muss heute nicht ins Büro, arbeite im Homeoffice. Armes Pralinchen, ich fühle mit ihr, wenn sie so weint. Vielleicht spürt sie das, dass ich zu Hause bleibe? Aber ich wollte unbedingt an meiner Firmen-Website arbeiten, um die Selbständigkeit voranzubringen. Denn ich muss ja Geld verdienen. Ich bin hin- und hergerissen zwischen Arbeit und Kind. Immer diese Entscheidungen! Das ist etwas, womit ich mir immens schwer tue als Mama.

Das Mama-Herz siegt. Ich entscheide mich dafür, sie zu Hause zu lassen und nicht in den Kindergarten zu bringen. Und nebenbei im Homeoffice zu arbeiten, damit sie sieht, dass ich beschäftigt bin. Natürlich bringe ich arbeitstechnisch nichts weiter, denn sie zerrt am Kabel, will mit der Maus spielen, will, dass ich mich mit ihr beschäftige. Eh klar, wie konnte ich nur so blöd sein und denken, das würde halbwegs funktionieren?

Ich lasse also untertags die Website erstmal Website sein und arbeite dafür in der Nacht. Aber: juhu! Ich bringe tatsächlich etwas weiter. Inzwischen hole ich mir auch ein paar Tipps von anderen Mamas, was ich tun soll, wenn das Kind nicht in den Kindergarten geht. Und ob sie es dann auch zu Hause lassen würden. Die Antwort ist klar: Nein, keinesfalls zu Hause lassen. Das wäre kontraproduktiv.

Mittwoch: Das Kind ist wie ausgewechselt. Und geht in den Kindergarten. Aufatmen!

Ich verstehe die Welt nicht mehr. Und vor allem mein Kind nicht mehr. Nach einer Woche Kindergartenfrust und totalem Boykott in den letzten zwei Tagen, geht es plötzlich wieder. Sie ist sehr kooperativ, lässt sich anziehen (was sonst nicht so gut funktioniert). Sie isst ihr Frühstück, nimmt ein Stofftier (statt gefühlten zehn) mit. Sie freut sich sogar, als wir beim Kindergarten ankommen. Geht ohne zu zögern in die Gruppe. Ich freue mich, frage mich aber auch nach dem Grund des plötzlichen Sinneswandels. War der Protest aus Trotz? Dass sie bestimmen wollte: „Jetzt bleibe ich mal zu Hause!“ Nein, das glaube ich nicht. Mein Kind will mich ja nicht manipulieren. Oder hatte sie einfach keinen Bock? So wie wir manchmal auch keinen Bock haben, in die Arbeit zu gehen.

Donnerstag: Gespräch mit der Pädagogin – des Rätsels Lösung?

Es ist Elternabend im Kindergarten und ich suche ein Gespräch mit der Pädagogin. Weil ich denke, dass es diese Anti-Kindergarten Tage öfter geben wird und weil ich mir fachlichen Rat holen will, was ich in diesem Fall machen soll. Schließlich kennt sie ja das Pralinchen und kann womöglich die Lage gut einschätzen. Sie nimmt sich viel Zeit für unser Anliegen (der Mann ist mit dabei), und meint, dass sei die Reaktion auf den Trennungsschmerz. Denn sie sei in der Gruppe immer sehr entspannt und bringe sich sehr gut ein. Ich sollte ihr Sicherheit geben. Sicherheit und Klarheit, indem ich ihr sage: „Wir gehen jetzt in den Kindergarten und ihr werdet dort dieses und jenes tun.“ Und eine gewisse Kontinuität bewahren. Denn so sei sie auf dem letzten Stand, was die Entwicklung der anderen Kinder betrifft. Aber was mich richtig berührt hat:

„Ich persönlich würde es sehr schade finden, wenn das Pralinchen öfter als sonst zu Hause bliebe. Denn sie ist mir sehr ans Herz gewachsen und eine echte Bereicherung für die Gruppe. Und immer, wenn sie etwa später kommt als sonst, fragen wir uns, ob wir vielleicht einen Anruf überhört hätten, und hoffen, dass sie noch kommt.“

Und damit ist die Sache für mich klar: mein Kind ist hier bestens aufgehoben und wird mit viel Herz betreut. Auch wenn uns der Trennungsschmerz auch nach einem Jahr Kindergartenzeit immer noch nicht ganz loslässt.

Haben Eure Kinder auch Anti-Kindergarten Phasen? Was macht Ihr dann? Und vor allem: Wie geht es Euch dabei?

Kita-Eingewöhnung: Ich weine…vor Stolz!

Nach der emotionalen Achterbahn der letzen Wochen hatten wir heute endlich ein Erfolgserlebnis in der Krippe. Das Pralinchen meisterte eine halbe Stunde problemlos in der Gruppe! Wie kam es zu diesem plötzlichen Sinneswandel?

Loslassen fällt mir sehr schwer, ich hatte darüber hier schon mal geschrieben. Ich war bereits richtig verzweifelt, weil die Eingewöhnung in die Kita aus meiner Sicht immer schlechter voranging. Die Trennung war jedes Mal ein Drama für sie und für mich. Sie weinte bitterlich und ich weinte mit. Ich weiß, dass das ein Stück weit normal ist, aber ich erreichte einen Punkt, wo es mir nicht mehr gut ging damit.

Ich merkte, dass ich etwas verändern musste, sonst würde ich zu sehr leiden und mein Kind auch

Und so beschloss ich, meine Einstellung zu überdenken. Ich wollte nicht mehr voller Zweifel sein, ob das jetzt der richtige Zeitpunkt ist, ob sie überfordert ist, ob es ihr auch wirklich gut geht. Ich wollte nicht mehr alles hinterfragen. Ich machte mir bewusst, dass sie dort eine liebe Erzieherin hat, die sich intensiv mit ihr beschäftigt und sie sofort auf den Arm nimmt, wenn sie weint oder es ihr schlecht geht. Sie ist zwar von mir getrennt, und das tut sicher weh, aber sie wird liebevoll aufgefangen.

Ich habe begonnen, ihr zuzutrauen, dass sie es alleine schafft. 

Dass sie hier im Kindergarten ein schönes Umfeld hat, mit vielen gleichaltrigen Kindern und vertrauenswürdigen Erzieherinnen. Ich habe ihr das alles erklärt, und dass ich einen wichtigen Anruf machen muss, aber gleich wieder da bin und sie abhole. Das hatte ich ganz fest im Kopf: ich MUSS jetzt weg, weil ich etwas erledigen MUSS, und ich traue es meiner Tochter zu, dass sie diese Zeit ohne mich übersteht. Ich war mir selbst so sicher, dass das jetzt so ist und nicht anders.

Und siehe da: es hat funktioniert!! Sie weinte nur ein paar Sekunden, und beruhigte sich ganz schnell wieder. Ich konnte eines viel besseren Gewissens aus dem Gruppenraum hinausgehen. Und während ich so auf der Wartebank saß, plauderte ich zuerst gemütlich mit einer anderen Mama und machte dann meinen Anruf.

Als ich zurückkam, fand ich ein Bild vor, das mich zu Tränen rührte:

Das Pralinchen spielte wie selbstverständlich mit der Erzieherin. Sie saß nicht mehr traurig und erschöpft auf ihrem Schoß. Nein, sie ging herum, suchte einen Ball, den sie dann von einem Holzbaum runterfallen ließ. Immer und immer wieder. Sie war vollkommen vertieft in ihr Spiel.

Ich war so stolz auf sie und fand es zugleich faszinierend, wie sensibel sie ist, wie viel sie von meinen Gefühlen wahrnimmt und spürt. Ich habe für mich endlich erkannt:

Mein Kind spiegelt meine Emotionen. Wenn ich unsicher bin oder leise Zweifel habe, ist sie ebenfalls unsicher. Wenn ich zuversichtlich bin, dann reagiert sie gelassener und meistert gewisse Situationen viel leichter. Wir sind eins. Es ist ein Wechselspiel zwischen uns beiden.

Das zeigt mir: als Mama muss ich mich wirklich im Griff haben. Und mich immer wieder selbst reflektieren, um gewisse Sachen nicht meinem Kind in die Schuhe zu schieben, wie etwa „Mein Kind will das gerade nicht“ etc. Denn mein Kind kooperiert sehr wohl!

Wie seht ihr das? Habt ihr eine ähnliche Erfahrung mit euren Kindern gemacht? Wie reagieren sie auf eure Gefühle?

Kita-Eingewöhnung: Von einem Fettnäpfchen ins andere

Wir sind gerade mitten in der Kita – oder besser gesagt – Krippeneingewöhnung. Heute war der vierte Tag. Das Pralinchen macht sich bis jetzt ganz gut, was man aber von ihrer Mama nicht behaupten kann. Denn ich möchte mal wieder alles „richtig“ machen und trete von einem Fettnäpfchen ins andere.

Der erste Tag lief problemlos, das Pralinchen entfernte sich kaum von meinem Schoß. Aber das ist auch völlig natürlich und ok, wie ich im Blog von Kathrin Öko Hippie nachgelesen hatte. Übrigens ein total hilfreicher Artikel für all jene, die ihr Kind gerade eingewöhnen. 

Am nächsten Tag schaffte ich es schon, krank zu sein! Halsschmerzen aus der Hölle, Ausschlag auf den Händen und im Gesicht. Ich vermute, es war die Hand-Mund-Fuß Krankheit. Ich ging zur Ärztin aufgrund der ganz üblen Halsschmerzen, aber da hatte ich den Ausschlag noch nicht. Sie meinte, dass sei ein Infekt. Das Pralinchen blieb zum Glück verschont.

Ich sagte klarerweise im Kindergarten Bescheid, wir blieben etwa eine Woche zu Hause. Ich hatte die Symptome jedoch nur ein, zwei Tage, war dann völlig symptomfrei und danach kam sowieso das Wochenende. Also mehr als genug Zeit zum Auskurieren.

Wie konnte ich nur so blöd sein?

Am Montag gingen wir wieder völlig gesund in die Kita. Und was mache ich? Erzähle der Erzieherin brühwarm, dass es vermutlich die ansteckende, aber harmlose Hand-Mund-Fuß-Krankheit war, dass ich aber schon längst wieder gesund und dass die Tochter davon verschont geblieben sei. Entsetzen in ihrem Gesicht. Sie meinte irgendwas von einem ärztlichen Attest, 2 Wochen zu Hause etc. Wie konnte ich nur so blöd sein? Ich hätte ihr doch einfach nur sagen können, dass ich krank war, Halsschmerzen hatte, was auch immer. Da das Pralinchen nicht krank geworden war, erlaubte sie uns trotzdem, dazubleiben. Aber ich spürte ihren bösen Blicke auf mir und ich durfte nicht mit der Knetmasse spielen.

Merke: Sage in einer Kita niemals, NIEMALS, dass du eine ansteckende Krankheit hattest, wenn du schon LÄNGST wieder gesund bist.

Nächster Kita-Eingewöhnungstag: das Pralinchen entfernte sich schön langsam von mir, sie ging mit der Erzieherin Hände waschen. Dann spielte sie wieder ganz lange mit den anderen Kindern. Ich war stolz, dass das so gut klappt. Soweit, so gut. Dann kam ein Mädchen ganz nah zu mir und es hatte den Anschein, als ob sie kuscheln wollte. Ich fragte sie, ob sie auf meinen Schoß möchte. Ich dachte mir einfach nichts dabei. Die Erzieherin sagte sofort: „Wollen Sie das Ihrer Tochter wirklich antun?“. Nächstes Fettnäpfchen! Ich war im ersten Moment baff, fühlte mich irgendwie vorgeführt. Aber ich ließ es dann bleiben. Sie war die Pädagogin, sie wusste es besser.

Ich ging mit einem schlechten Gefühl nach Hause. Zum Glück baute mich der Online-Clan auf Twitter wieder auf – danke euch allen so lieben Mamas, ihr findet die richtigen Worte zur richtigen Zeit! Ich muss mehr meiner Intuition vertrauen und mich nicht so stark verunsichern lassen, vor allem wusste ich ja, dass das Pralinchen nicht eifersüchtig geworden wäre, wenn ich das Mädchen auf den Schoß genommen hätte. Schließlich konnte ich das als ihre Mama am besten einschätzen.

Merke: Bleib bei dir und vertraue dir selbst, nur du kennst dein Kind am besten!

Nächster Tag, nächster Anfängerfehler: Ich habe meine Tasche mit Wertsachen in einem Schrank im Gruppenraum, wo die Kinder spielen, verstaut. Als wir nach Hause gingen, fragte ich das Pralinchen, ob sie meine Tasche herausnehmen wollte. Sie macht das ganz gern und ist immer stolz darauf. Die Erzieherin: „Nein, das dürfen Sie sie nicht machen lassen! Dann glauben alle anderen Kinder, dass sie auch Sachen aus dem Schrank nehmen dürfen!“ Hmmmm….ok…..wieder fühlte ich mich etwas vorgeführt. War ich denn wirklich so blöd, dachte ich nicht mit? Ich sagte zum Pralinchen, dass dies eine Ausnahme sei, dass sie aber die Tasche doch herausnehmen könne, wenn sie wolle. Wieder böse Blicke.

Fazit: In einem Kindergarten fühlt man sich wieder wie ein Kind.

Zumindest gibt mir die Erzieherin immer wieder dieses Gefühl, etwas „Schlimmes“ angestellt zu haben. Wahrscheinlich stelle ich mich wirklich etwas doof an. Aber: ich war schon 30 Jahre nicht mehr in einem Kindergarten. Und ich habe noch nie eine Eingewöhnung gemacht. Da darf man doch auch mal ins Fettnäpfchen treten, oder?

Wie war das bei euch? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Wie ist euer Draht zu den Erzieherinnen?

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