Kita

Kita-Eingewöhnung: Von einem Fettnäpfchen ins andere

Wir sind gerade mitten in der Kita – oder besser gesagt – Krippeneingewöhnung. Heute war der vierte Tag. Das Pralinchen macht sich bis jetzt ganz gut, was man aber von ihrer Mama nicht behaupten kann. Denn ich möchte mal wieder alles „richtig“ machen und trete von einem Fettnäpfchen ins andere.

Der erste Tag lief problemlos, das Pralinchen entfernte sich kaum von meinem Schoß. Aber das ist auch völlig natürlich und ok, wie ich im Blog von Kathrin Öko Hippie nachgelesen hatte. Übrigens ein total hilfreicher Artikel für all jene, die ihr Kind gerade eingewöhnen. 

Am nächsten Tag schaffte ich es schon, krank zu sein! Halsschmerzen aus der Hölle, Ausschlag auf den Händen und im Gesicht. Ich vermute, es war die Hand-Mund-Fuß Krankheit. Ich ging zur Ärztin aufgrund der ganz üblen Halsschmerzen, aber da hatte ich den Ausschlag noch nicht. Sie meinte, dass sei ein Infekt. Das Pralinchen blieb zum Glück verschont.

Ich sagte klarerweise im Kindergarten Bescheid, wir blieben etwa eine Woche zu Hause. Ich hatte die Symptome jedoch nur ein, zwei Tage, war dann völlig symptomfrei und danach kam sowieso das Wochenende. Also mehr als genug Zeit zum Auskurieren.

Wie konnte ich nur so blöd sein?

Am Montag gingen wir wieder völlig gesund in die Kita. Und was mache ich? Erzähle der Erzieherin brühwarm, dass es vermutlich die ansteckende, aber harmlose Hand-Mund-Fuß-Krankheit war, dass ich aber schon längst wieder gesund und dass die Tochter davon verschont geblieben sei. Entsetzen in ihrem Gesicht. Sie meinte irgendwas von einem ärztlichen Attest, 2 Wochen zu Hause etc. Wie konnte ich nur so blöd sein? Ich hätte ihr doch einfach nur sagen können, dass ich krank war, Halsschmerzen hatte, was auch immer. Da das Pralinchen nicht krank geworden war, erlaubte sie uns trotzdem, dazubleiben. Aber ich spürte ihren bösen Blicke auf mir und ich durfte nicht mit der Knetmasse spielen.

Merke: Sage in einer Kita niemals, NIEMALS, dass du eine ansteckende Krankheit hattest, wenn du schon LÄNGST wieder gesund bist.

Nächster Kita-Eingewöhnungstag: das Pralinchen entfernte sich schön langsam von mir, sie ging mit der Erzieherin Hände waschen. Dann spielte sie wieder ganz lange mit den anderen Kindern. Ich war stolz, dass das so gut klappt. Soweit, so gut. Dann kam ein Mädchen ganz nah zu mir und es hatte den Anschein, als ob sie kuscheln wollte. Ich fragte sie, ob sie auf meinen Schoß möchte. Ich dachte mir einfach nichts dabei. Die Erzieherin sagte sofort: „Wollen Sie das Ihrer Tochter wirklich antun?“. Nächstes Fettnäpfchen! Ich war im ersten Moment baff, fühlte mich irgendwie vorgeführt. Aber ich ließ es dann bleiben. Sie war die Pädagogin, sie wusste es besser.

Ich ging mit einem schlechten Gefühl nach Hause. Zum Glück baute mich der Online-Clan auf Twitter wieder auf – danke euch allen so lieben Mamas, ihr findet die richtigen Worte zur richtigen Zeit! Ich muss mehr meiner Intuition vertrauen und mich nicht so stark verunsichern lassen, vor allem wusste ich ja, dass das Pralinchen nicht eifersüchtig geworden wäre, wenn ich das Mädchen auf den Schoß genommen hätte. Schließlich konnte ich das als ihre Mama am besten einschätzen.

Merke: Bleib bei dir und vertraue dir selbst, nur du kennst dein Kind am besten!

Nächster Tag, nächster Anfängerfehler: Ich habe meine Tasche mit Wertsachen in einem Schrank im Gruppenraum, wo die Kinder spielen, verstaut. Als wir nach Hause gingen, fragte ich das Pralinchen, ob sie meine Tasche herausnehmen wollte. Sie macht das ganz gern und ist immer stolz darauf. Die Erzieherin: „Nein, das dürfen Sie sie nicht machen lassen! Dann glauben alle anderen Kinder, dass sie auch Sachen aus dem Schrank nehmen dürfen!“ Hmmmm….ok…..wieder fühlte ich mich etwas vorgeführt. War ich denn wirklich so blöd, dachte ich nicht mit? Ich sagte zum Pralinchen, dass dies eine Ausnahme sei, dass sie aber die Tasche doch herausnehmen könne, wenn sie wolle. Wieder böse Blicke.

Fazit: In einem Kindergarten fühlt man sich wieder wie ein Kind.

Zumindest gibt mir die Erzieherin immer wieder dieses Gefühl, etwas „Schlimmes“ angestellt zu haben. Wahrscheinlich stelle ich mich wirklich etwas doof an. Aber: ich war schon 30 Jahre nicht mehr in einem Kindergarten. Und ich habe noch nie eine Eingewöhnung gemacht. Da darf man doch auch mal ins Fettnäpfchen treten, oder?

Wie war das bei euch? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Wie ist euer Draht zu den Erzieherinnen?

Es ist Zeit, loszulassen: Ein Brief an mein kleines großes Baby

 

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Liebes Pralinchen,

jetzt bist Du schon eineinhalb Jahre alt, die Zeit ist so schnell vergangen. Heute hast du mir gezeigt, dass Du Dir die Füße nicht mehr in den Mund stecken kannst. Da wusste ich: Du bist kein Baby mehr. Du bist schon ein kleines Kind. Du fängst an zu zeichnen, zu singen, aufs Töpfchen zu gehen. Ja, du sagst tatsächlich schon Bescheid, wenn du musst. Ich habe Dir dann das Töpfchen hingestellt und war ganz baff, als Du hineingemacht hast. Und das machst Du jetzt jeden Tag!

Wenn ich Bilder von Dir anschaue, als Du noch ganz klein warst, dann werde ich etwas wehmütig. Und noch wehmütiger werde ich, wenn ich daran denke, dass Du in ein paar Tagen in die Kita kommst. Und dass unsere gemeinsame Zeit bald vorbei ist, weil ich arbeiten gehen muss.

Ich werde so viele Dinge verpassen, die Du sagst, machst, neu für dich entdeckst. Ich werde aber auch verpassen, wie Du Dich ärgerst, wenn Dir jemand ein Spielzeug weggenommen hat. Oder wenn Du traurig bist und weinst. Wer wird Dich dann trösten? Hoffentlich wird Dich überhaupt jemand in den Arm nehmen. Es tut mir richtig weh, wenn ich das schreibe, denn ich möchte nicht, dass Du in Deiner Trauer und in Deinem Schmerz alleingelassen wirst.

Ich werde es vermissen, mit Dir aufzustehen und noch lange im Bett liegenzubleiben und zu kuscheln, anstatt ganz schnell das Frühstück zu richten und Dich anzuziehen. Ich befürchte, dass uns die Hektik übermannt, und dass ich mit Dir ungeduldig sein werde, weil Du Deine Zeit brauchst, ich aber pünktlich sein will.

Und trotz alldem muss ich lernen, Dich loszulassen. Damit Du neue Freunde und Freundinnen findest. Damit Du mit anderen spielen und Dich austoben kannst. Damit Du Dinge lernst, die ich Dir nicht beibringen kann. Und damit auch ich Dinge in der Arbeit machen kann, die mir Spaß machen.

Liebes Pralinchen, ich werde immer an Dich denken. Dich in Gedanken ganz fest bekuscheln und beschmusen. Und ich werde Dich nie allein lassen, egal was kommt.

Auch wenn es an der Zeit ist, Dich loszulassen – in meinem Herzen bist Du immer bei mir.

Deine Mama

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