Stolz

Was funktioniert gut? 

In meinem letzten Beitrag habe ich ja ein bisschen gemotzt, denn das Schlafengehen wenn Gäste da sind will beim Pralinchen so gar nicht funktionieren. Und da es mir wichtig ist, ab und zu mal einen Abend mit Freunden zu verbringen, bin ich jedes Mal enttäuscht. Ebenso habe ich das Gefühl, dass meine Bedürfnisse generell zurzeit auf der Strecke bleiben…Und dann habe ich so viele liebe Kommentare auf meinen Beitrag bekommen, die mir ganz viel Mut gemacht haben. Ein riesengroßes Danke dafür! 
Einer davon, von Düse von Wunschkindwege, hat mich inspiriert, diesen Beitrag zu schreiben. Sie meinte:

Du wirst Dein Kind nicht ändern können-aus ihr wird niemals das bei Fremden seelig einschlummernde Kind werden. Weisst Du wie ich meine? 😉 Aber Du kannst damit anders umgehen. Dir Abende nur für Dich freischaufeln und mit Freunden essen gehen zum Beispiel 1x die Woche zum Sport. Oder vielleicht macht sie dafür andere Sachen total super mit?

Und deshalb habe ich mal scharf nachgegrübelt, was denn bei uns gut geht. Denn wenn man sich auf die positiven Dinge konzentriert, werden jene, die weniger gut funktionieren, zur Nebensache bzw. fallen womöglich irgendwann ganz unter den Tisch.

Welche Dinge macht das Pralinchen gut mit?

  • Wir können kurze Strecken problemlos mit dem Auto fahren.

Das war vor einigen Monaten noch undenkbar, denn es gab großes Geschrei, selbst nach nur wenigen Minuten Autofahrt. Als Baby hat sich das Pralinchen einmal so in Rage geschrien, dass ich sie während der Fahrt aus dem Autositz nehmen und stillen musste. Sie hatte richtige Panik! Doch jetzt sieht die Sache ganz anders aus: sie sitzt hinten sogar alleine und findet Autofahren ganz lustig. Ab und zu sagt sie zu uns „Hallo!“ nach vorne. Nie im Leben hätte ich gedacht, dass das einmal so entspannt werden würde!

  • Sie nimmt anderen Kindern kein Spielzeug weg.

Ja, ich gehöre zu jenen Müttern, die entspannt Café trinken können, während das Kind seelenruhig mit anderen spielt. Nein, ganz so ist es natürlich nicht! Aber ich bin zumindest froh, dass ich nicht jede Millisekunde darauf achten muss, dass mein Kind schon wieder ein anderes Kind verärgert hat, denn das tut sie fast nie. Sie ist eher diejenige, denen andere Kinder Spielsachen wegnehmen. Und sie ist da eher gutmütig, fast defensiv. Ob das fürs spätere Leben gut ist oder nicht, sei dahingestellt. Aber zurzeit finde ich das ganz OK.

  • Sie geht aufs Töpfchen.

Wenn sie Kacka machen will, sagt sie „Popo“, geht aufs Töpfchen und macht hinein. Das ist total praktisch, weil wir keine Stinkewindeln mehr zu Hause haben und es ist auch besser für die zarte Popohaut. Mit dem kleinen Geschäft schafft sie es noch nicht immer aufs Töpfchen, aber das kommt sicher auch noch…

  • Wir können entspannt einkaufen gehen…

…ohne dass unser Kind sämtliche Regale leerräumt, den Supermarkt niederbrüllt, weil es etwas nicht bekommt, oder sonstiges Chaos veranstaltet. Das kann sich natürlich mit der beginnenden Trotzphase ändern. Aber zurzeit genieße ich, dass es so ist wie es ist.

  • Sie isst auch etwas anderes als „Nudeln ohne alles“

Ja, sie isst tatsächlich Brokkoli, und das mit Genuss. Sie mag zwar sonst sehr wenig Gemüse, aber wenn sie eine Vorliebe für etwas hat, dann ist es Brokkoli. Und letztens hat sie sogar eine saure Gurke gekostet! Fleisch und Eier gehen auch immer, außer sie ist krank. Alles in allem eine kleine, genießerische Omnivorin.

So, jetzt aber genug gelobhudelt! Vielmehr interessiert mich, was denn bei Euch bzw. Euren Kindern gut funktioniert? Worauf seid Ihr besonders stolz? Ich freue mich auf Eure Kommentare!

 

Kita-Eingewöhnung: Ich weine…vor Stolz!

Nach der emotionalen Achterbahn der letzen Wochen hatten wir heute endlich ein Erfolgserlebnis in der Krippe. Das Pralinchen meisterte eine halbe Stunde problemlos in der Gruppe! Wie kam es zu diesem plötzlichen Sinneswandel?

Loslassen fällt mir sehr schwer, ich hatte darüber hier schon mal geschrieben. Ich war bereits richtig verzweifelt, weil die Eingewöhnung in die Kita aus meiner Sicht immer schlechter voranging. Die Trennung war jedes Mal ein Drama für sie und für mich. Sie weinte bitterlich und ich weinte mit. Ich weiß, dass das ein Stück weit normal ist, aber ich erreichte einen Punkt, wo es mir nicht mehr gut ging damit.

Ich merkte, dass ich etwas verändern musste, sonst würde ich zu sehr leiden und mein Kind auch

Und so beschloss ich, meine Einstellung zu überdenken. Ich wollte nicht mehr voller Zweifel sein, ob das jetzt der richtige Zeitpunkt ist, ob sie überfordert ist, ob es ihr auch wirklich gut geht. Ich wollte nicht mehr alles hinterfragen. Ich machte mir bewusst, dass sie dort eine liebe Erzieherin hat, die sich intensiv mit ihr beschäftigt und sie sofort auf den Arm nimmt, wenn sie weint oder es ihr schlecht geht. Sie ist zwar von mir getrennt, und das tut sicher weh, aber sie wird liebevoll aufgefangen.

Ich habe begonnen, ihr zuzutrauen, dass sie es alleine schafft. 

Dass sie hier im Kindergarten ein schönes Umfeld hat, mit vielen gleichaltrigen Kindern und vertrauenswürdigen Erzieherinnen. Ich habe ihr das alles erklärt, und dass ich einen wichtigen Anruf machen muss, aber gleich wieder da bin und sie abhole. Das hatte ich ganz fest im Kopf: ich MUSS jetzt weg, weil ich etwas erledigen MUSS, und ich traue es meiner Tochter zu, dass sie diese Zeit ohne mich übersteht. Ich war mir selbst so sicher, dass das jetzt so ist und nicht anders.

Und siehe da: es hat funktioniert!! Sie weinte nur ein paar Sekunden, und beruhigte sich ganz schnell wieder. Ich konnte eines viel besseren Gewissens aus dem Gruppenraum hinausgehen. Und während ich so auf der Wartebank saß, plauderte ich zuerst gemütlich mit einer anderen Mama und machte dann meinen Anruf.

Als ich zurückkam, fand ich ein Bild vor, das mich zu Tränen rührte:

Das Pralinchen spielte wie selbstverständlich mit der Erzieherin. Sie saß nicht mehr traurig und erschöpft auf ihrem Schoß. Nein, sie ging herum, suchte einen Ball, den sie dann von einem Holzbaum runterfallen ließ. Immer und immer wieder. Sie war vollkommen vertieft in ihr Spiel.

Ich war so stolz auf sie und fand es zugleich faszinierend, wie sensibel sie ist, wie viel sie von meinen Gefühlen wahrnimmt und spürt. Ich habe für mich endlich erkannt:

Mein Kind spiegelt meine Emotionen. Wenn ich unsicher bin oder leise Zweifel habe, ist sie ebenfalls unsicher. Wenn ich zuversichtlich bin, dann reagiert sie gelassener und meistert gewisse Situationen viel leichter. Wir sind eins. Es ist ein Wechselspiel zwischen uns beiden.

Das zeigt mir: als Mama muss ich mich wirklich im Griff haben. Und mich immer wieder selbst reflektieren, um gewisse Sachen nicht meinem Kind in die Schuhe zu schieben, wie etwa „Mein Kind will das gerade nicht“ etc. Denn mein Kind kooperiert sehr wohl!

Wie seht ihr das? Habt ihr eine ähnliche Erfahrung mit euren Kindern gemacht? Wie reagieren sie auf eure Gefühle?

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